BKG | Soloshow | Birgit Pardun

– Neue Arbeiten – Malerei, Zeichnung, Installation –

Red.

BKG | Soloshow | Birgit Pardun
 
– Neue Arbeiten – Malerei, Zeichnung, Installation –
12.02. – 26.02.2023
 
Zur Natur der Malerei von Birgit Pardun gehört unbedingt der schnelle Gestus, mit dem ihre Bilder auf der Leinwand entstehen. Manchmal malt die Künstlerin, obwohl Rechtshänderin, sogar mit der linken Hand, weil sie sagt ,Ich will nicht denken’. Was dabei herauskommt ist sehr oft von einem wunderbar schrägen Humor, wobei sich der ganze Witz oft erst im Zusammenspiel mit den Bildtiteln entzündet, die voller Anspielungen und Wortspiele sind. Selten aber sind ihre Bilder einfach nur heiter-lustig, und trotz ihrer vermeintlichen Einfachheit, die an unbefangene kindliche Malereien erinnert, sind sie nie süßlich, und sie sind nie eindeutig. Oft haben sie auf den zweiten Blick sogar etwas Verstörendes, und der Humor ist ein ziemlich schwarzer. Es ist die Art von Witz, der uns das Unbehagen daran, dass diese Welt ziemlich verdreht ist, nicht nehmen kann und will (und eher noch darauf aufmerksam macht) – der aber zugleich zeigt, dass der Humor eine ziemlich gute Waffe ist, dem zu begegnen.“ (Dr. Anne-Kathrin Reif, 2018)
 
Ich liebe Improvisation!
 
PLÄNE
Ich mache selten Pläne oder Konzepte für meine Kunst, fürs Malen, Ideen habe ich immer. Doch wenn ich einen Plan für die künstlerische Umsetzung einer Idee habe, verwerfe ich ihn spätestens beim zweiten Pinselstrich. Ich schaffe es einfach nicht, bei der Umsetzung „auf dem Weg zu bleiben“, lasse mich sofort von meiner unstillbaren Neugier „umleiten“, bin hungrig darauf, was im nächsten Moment entsteht und will eigentlich nur entdecken/finden, was da „drin“ ist.  Und ich liebe Improvisation.
 
IMPROVISATION
In einem Radiointerview hörte ich Christopher Dell, Träger des hessischen Jazzpreises 2022 (Vibraphonist, Komponist, Improvisator und habilitierter Stadtbau-Theoretiker) sinngemäß sagen: Improvisation bedeute für ihn: üben, üben, üben. Ja, das fand ich gut! Denn auch ich empfinde Improvisation (in meiner Malerei und Zeichnung) immer als „schwere“ Arbeit, anstrengend und aufwühlend, denn meine Aufgabe ist, immer wieder (üben, üben, üben!) das JETZT „frisch“ wahrzunehmen und kreativ darauf zu reagieren. Ja, Improvisation ist eben nicht „einfach irgendwie mal so spontan aus dem Bauch was raushauen“. Um gut zu improvisieren, brauche ich gutes Werkzeug, technische Fertigkeiten, Sensibilität, Empathie und vor allem ein sehr hohes Maß an Konzentration und Wachheit.
 
LEBEN
Jean Michel Basquiat, einer meiner Lieblingskünstler, hat wohl seinerzeit gesagt: Ich denke nicht ans Malen, ich denke ans Leben. Auch damit gehe ich komplett in Resonanz. Meine Prämisse fürs Malen gleicht der Idee, die ich für's Leben habe: Ich versuche, Muster aufzubrechen, Gewohnheiten zu vergessen, denn nur, wenn ich sicheres, gewohntes Terrain verlasse, kann ich meinen Erfahrungsschatz erweitern, neue Zusammenhänge ahnen und eben … lernen. Leben = ein permanentes Lernen und Erforschen und sich Hin- und Hineinbe-geben sowie „üben üben üben“, im Sinne von Praktizieren, sich auf einen Prozeß einlassen, Dinge erforschen und immer wieder etwas (vielleicht nur etwas ganz Kleines) wagen, und manchmal das Gegenteil von dem tun, was man im Sinn hatte.
 
Vernissage: Sonntag, 12.02.202, 11 Uhr | Es spricht Dr. Anne-Kathrin Reif
 
BKG (Bergische Kunstgenossenschaft)
Kolkmannhaus, Innenhof, OG 3, Hofaue 55, 42103 Wuppertal
Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 14–17 Uhr